Branddirektor Gustav Ritz

-Ein Leben für die Feuerwehr-

Branddirektor Gustav Ritz ( 1829 - 1887)Mitbegründer der freiwilligen Turnerfeuerwehr und Gründer der Berufsfeuerwehr Dresden
Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen, des Bezirksfeuerwehrverbandes Dresden und Umgebung sowie des Deutschen Reichs - Feuerwehrverbandes.
Am 28. Februar 1829 wurde Gustav Ritz als Sohn einer Handwerkerfamilie in Dresden geboren. Nach
erfolgreichem höheren Schulabschluss wurde er am hiesigen Lehrerseminar in Friedrichstadt zum Volksschul- und Turnlehrer ausgebildet. 1855 gründete er eine eigene Turnanstalt auf der Trompeterstraße.
Ritz war ein Hauptvertreter und Förderer der Idee zur Gründung einer Turnerfeuerwehr. Gemeinsam mit dem Inspekteur der Königlichen Hoftheater - Feuerwehr, Friedrich Scholle, gründeten Sie am 23.01.1863 die freiwillige Turnerfeuerwehr Dresden. Sein Gemeinsinn bewies er auch als langjähriger Stadtverordneter, Vorstandsmitglied des Altstädter Turnvereines, sowie Mitglied des Kirchenrates, wo er aktiv den Wiederaufbau der Johanniskirche unterstützte.

Als umsichtiger Kommandant und Hauptmann der freiwilligen Turnerfeuerwehr wurde er am 01.07.1868 folgerichtig zum Feuerlöschdirektor der neugeschaffenen Berufsfeuerwehr Dresden berufen. Als besoldeter Beamter wurde er genötigt, sein Mandat als Stadtverordneter niederzulegen. Aus gleichem Grund übergab er später die Leitung der Turneranstalt an seine Ehefrau. Mit großer Intensität baute er die Berufsfeuerwehr auf und entwickelte gemeinsam mit F. Scholle die Turnerfeuerwehr weiter. Er modernisierte das Lösch- sowie Hilfeleistungswesen von Dresden und baute das Feuermeldesystem, die Löschwasserversorgung, sowie die Pferdebespannungen zum Ziehen der Löschwagen umfassend aus.

Gustav Ritz war Mitbegründer des Sächsischen Landesfeuerwehrverbandes und wurde 1873 zu dessen Vorsitzender, und 1880 zum Vorsitzenden des Deutschen Reichs- Feuerwehrverbandes, gewählt. In seiner Amtszeit war er an vielen Gründungen von Feuerwehrverbänden und- Vereinen in Sachsen beteiligt. In seinem arbeitsreichen Leben wurden der 2. sowie 4. Sächsischen Feuerwehrtag (1864/1871), der 11. Deutsche Feuerwehrtag (1880) sowie der 1. Technische Feuerwehrtag (1886) in Dresden durchgeführt. Zu seinen Ehren wurde der Deutsche Feuerwehrmarsch komponiert und 1880 zum Deutschen Feuerwehrtag, uraufgeführt. Gemeinsam mit dem Vorstand des Landesfeuerwehrbandes gelang es ihm, dass der König von Sachsen, 1885 das Ehrenpatronat über die Sächsischen Feuerwehren übernahm und die erste königlichen Auszeichnung „ Ehrenzeichen für treue und nützliche Dienste bei der Feuerwehr“ stiftete.

Am 19.11.1887 erlitt Branddirektor Gustav Ritz bei einem Vortrag vor Leipziger Feuerwehrleuten in Reutnitz einen Schlaganfall, an dessen Folgen er noch am gleichen Tag verstarb.
Unter großer Anteilnahme von Feuerwehrleuten aus ganz Deutschland, des Oberbürgermeisters und des Stadtrates, der Bürger- und Turnerschaft sowie Vertretern der Kirche fand am 23.11.1887 die Beisetzung statt.
An seinem zweiten Todestages 1889 wurde in Würdigung seiner Person, ein durch Professor Johannes Schilling entworfenes und mit Spendenmitteln des Landesfeuerwehrverband finanziertes Ehrenmal auf dem Trinitatisfriedhof zu Dresden, eingeweiht.